Shan-No – From Me To You
Rappende Damen sind im Kreise der South Park Coalition eine bisher nicht nennenswert in Erscheinung getretene Minderheit. Zwar war in der Vergangenheit sporadisch mal eine weibliche Stimme zu hören, doch schien das Muckemachen bei der Houstoner Clique immer reine Männersache zu sein. Dieses Bollwerk bekommt mit dem ersten Albumrelease von Shan-No nun einen winzig kleinen ersten Riss. Nach dem mittlerweile wieder in der Versenkung verschwundenen 6 Ether ist die Schwester von Devin The Dude darüber hinaus das zweite Signing auf Dope’s Label Akasha Records.
So wie sich Shan-No hier präsentiert bringen aber alle guten Wünsche nichts – was hier ganz im Sinne des Titels “From Me To You” von der Frau an den Mann gebracht wird ist für verwöhnte Hörerohren streckenweise schon eine ziemliche Zumutung. Shan-No’s Raps sind zwar fast durchgehend inhaltsfrei gehalten (“Ya’ll Know”, “Top Notch Homies”, “Constantly On It”…) aber doch noch im Rahmen. Schnelle Raps scheinen ihre Sache nicht zu sein: glücklicherweise bleibt das mehr als peinliche “Shake My Ass” hier die Ausnahme. Der Schulterschluss mit altbekannten Koalitionären wie Klondike Kat, Point Blank, Dope-E und natürlich K-Rino zeigt wenigstens stellenweise Wirkung. Vor allem “Angels Against Devils” sollte man hier hervorheben. Auch wenn man den Verdacht nicht los wird, dass K-Rino der Newcomerin hier beim Rhymewriting ein wenig unter die Arme gegriffen hat – größer könnte der Unterschied zum sonstigen “Ich-bin-die-Neue-hier-und-jetzt-die-Flossen-hoch”-Gebrabbel wirklich nicht sein. Auch “Remains” nimmt man gerne mit, wobei Gastrapperin Candi Redd mit ihrem sauberen Vers Shan-No hier klar die Show stiehlt. Auch wenn “From Me To You” die meiste Zeit also im unteren Mittelfeld herumdümpelt: zum Ende hin wird’s dann doch nochmal richtig unschön. “I Can’t” und das bereits erwähnte “Shake My Ass” sind so unterirdisch produziert wie gerappt und zwei Schmalznummern wie “Ma” und “Grandma” direkt nacheinander liegen auch für den wohlwollenden Hörer jenseits der Schmerzgrenze.
Alles in allem zeigen diese 15 Tracks, dass Shan-No mit einem Album schlicht und einfach überfordert ist. Es fehlt in Inhalten, an Raptechnik, an guten Beats – ja eigentlich an allem. Bleibt zu hoffen, dass diese Scheibe hier ein einmaliger Ausreißer bleibt und die neue SPC-Generation endlich mal in die Pötte kommt. So wird das aber sicher nichts.
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