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Iron Regime – The Campaign

 

Klappern gehört ja bekanntlich zum Handwerk, auch wenn man sich bei Iron Regime da mit Slogans wie “The Best Whoeva Dunnit” schon ein bißchen sehr weit aus dem Fenster lehnt. Gemessen daran, wie weit das Trio Ant-Live, Al Katraz und Donnie Brasco unter dem Radar fliegt, gibt “The Campaign” trotzdem ein halbwegs brauchbares Album ab. Dabei geht es über nicht weniger als 77 Minuten – mit allen Höhen und Tiefen – einmal querbeet durch die Detroiter Stilbandbreite. Mit “Real Niggaz” und “Gangsta” sind zwischendurch zwar auch schon mal zwei gut umgesetzte G-Funk-Tracks dabei. Im Großen und Ganzen halten Ant-Live und seine Mitproduzenten Darnell Murphy, Ced Rat und L-Dub soundlich allerdings eher Kurs nach Osten.

Der Titeltrack zum Beispiel könnte auch direkt aus dem Wu-Universum stammen. “Street Life” und “Daily” schlagen geradlinig produziert in die gleiche Kerbe, wobei die Straßenweisheiten im gitarrengetragenen “Know The Game” nochmal eine ganze Ecke besser verpackt werden. Völlig anders: das tittenbartaugliche “Same ‘Ol”, wo es über einer tempomachenden, “orientalisch” anmutenden Produktion die mit Abstand schnellsten Raps des Albums gibt. Um sich über den Durchschnitt zu heben, hätte das Trio schon mehr davon bringen oder eben wirklich noch mal mit dem Stahlbesen durchgehen und die Scheibe von überflüssigem Beiwerk säubern müssen. Insgesamt ist “The Campaign” mit seinen 21 Tracks jedenfalls deutlich zu lange geraten und baut vor allem in der zweiten Hälfte immer mehr ab.

Ob das mit Stöhnlauten unterlegte “Porno Flick Music”, die “Freestyle”-Zeitverschwendung mit Maximus und anderes mehr – am Ende kommt man auf ungefähr so viele Skiptracks wie Anspieltipps. Auch die Features – allen voran der mehrmals vertretene EKSA-Q von Iron Circle Records – versprühen wenig Glanz, da wären ein paar zusätzliche Verse von Half Deck wohl die bessere Wahl gewesen. Zwiespältige Sache also: in den besten Momenten steht der Name Iron Regime für tadellosen Sound aus der Straßenrap-Sparte. In vielen anderen für eine Crew, die sich mit einem Album dieser Größenordnung ein bißchen übernommen hat.

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